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Bergen

  • NUN Kulturraum 35 Gottesauer Straße Karlsruhe, BW, 76131 Deutschland (map)

WANN DENN NUN
Samstag, 08.06.2019
Einlass: 19:30 Uhr
Beginn: 20:30 Uhr
Eintritt: frei/Hut

Zwei Selbstmorde, eine Bluttat, ein Beziehungsende mit gemeinsamem Kleinkind, Pegida- Demos und ein paar alte Jungs, denen das Heraufbeschwören der Jugend beim Kneipenabend nicht mehr so recht gelingen will. „Jetzt ist alles entgleist“ heißt es im Prolog gleich zu Beginn und stellt diesem Mini-Album ein Konzept voran. Keiner weiß so recht wohin, aber alle wollen irgendwie weg.

Die Lieder der Band bergen aus Dresden, die wie schon zuletzt von Erdmöbels ekimas mit dem letzten Schliff versehen wurden, handeln vom scheinbar endlosen Prozess des Erwachsenwerdens, von fragilen Konstrukten, wie dem gemeinsamen Heim, Beziehung
und Kleinfamilie, die in „Klötze“ allesamt wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.

Man kann ihre Musik Folkpop nennen, man dürfe, so die Band, aber auch Schlager dazu sagen. bergen ist inzwischen so etwas wie ein klapperiges Vier-Mann-Gerüst, das abends ganz ehrbar in einem Kellerraum im Osten Dresdens probt. Die Gänge stinken ein bisschen nach Urin und Bier und gleich obendrüber hämmern verärgerte Kosmetikerinnen an’s Heizungsrohr, wenn sie mal ein bisschen zu viel Schwung aufnehmen. Live wie auch auf dem Album wird jenes Gerüst an allen Ecken und Enden verziert - durch die vielschichtigen Backing Vocals von Cornelia Mothes, eine traurige Trompete von Gründungsmitglied Sten Friedrich, der mittlerweile in Hamburg lebt, und den Multi-Instrumentalisten Ludwig
Bauer. Das, was im Keller hemdsärmelig und hölzern klingt, das nach Halt sucht und das eigene Steif- und Erwachsenwerden erschrocken bis ironisch verklausuliert, schwingt sich dann tatsächlich wie ein stolzer Adler in die Höhe, auf „daß es roh die Seele auf zum Himmel zieht.“